Thursday, February 10, 2011

experimentierobjekte

nächste woche hätte ich studiensubjekt einer studie zu appetitverhalten sein sollen. aus irgendwelchen gründen ging sich das dann zeitlich seitens der testerin nicht aus, und da gehen sie hin, meine 30 pfund und das lustige equipment zum essensmengenabmessen, das ich erhalten hätte. ich hätte lediglich an 2 tagen mein morgenmüsli minutiös auswiegen müssen und dann ein paar stunden später einen joghurtdrink im testlab zu mir nehmen müssen. letzteres wäre schon herausfordernd gewesen: schließlich stand explizit im infoformular, daß eine teilnahme nicht möglich ist, wenn man allergisch gegen laktose, geschmacksverstärker, glutamate und sojalecitine ist. nun gut, 30 quid dahin. in london bekommen die leute 120 pfund für sich-einmal-überfressen. andere menschen hier in brighton haben neben 20 pfund pro sitzung ebenfalls essen bekommen (anders dosiert allerdings), und mußten dann danach sagen, daß ihnen die kellogs-cornflakes besser schmecken als die no-name-cornflakes. essenspsychologie leicht gemacht. ich glaube aber auch, daß ich mich ins studienabseits gekickt habe, als ich beim erstabfrageformular angab, daß ich keine milch zu mir nehme, milchderivate aber schon. immer diese unsinnige ehrlichkeit! was hätte ich schon alles an geld und kostenlosen mahlzeiten verdienen können. blöder dogmatismus.

studien sind keine seltenheit. neben den gravierenden unterschieden in der entlohung zwischen zentrum und peripherie aka london und brighton gibt es auch gravierende unterschiede im schwierigkeitsgrad: neulich hätte ich für 10 pfund mich für 2 lange stunden in den kernspintomographen (das ding heißt doch so, oder?) schieben lassen können, opportunitätskosten ole! 'please take your ipod with you as the machine is quite loud' und bitte nimm nicht teil wenn du klaustrophobisch bist. den alarmknopf darfst du jederzeit drücken. damit nicht genug, danach hätte ich noch syntaktisch irreführende sätze der deutschen sprache auf mich wirken lassen müssen. wie gesagt, 10 pfund, 'a cool picture of your brain' und ein funny video, was das mit dem rest zu tun hat, god knows. ich habe aufgrund der niedrigen entlohnung, der horrorvorstellungen gegenüber des kernspintomographen sowie des eigentlich beinahe noch größeren horrors qua der auflage: sämtlichen schmuck aus dem gesicht entfernen abgelehnt. das letzte (und erste) mal, daß ich versuchte, meinen nasenring zu entfernen und durch einen anderen zu ersetzen, landete ich beim einzigen zu günstigen zeiten offenen piercer im berliner ostbahnhof, damit der mir den wieder reinfrickelt. das leben ist aber auch voller widrigkeiten!

vielleicht war es ja auch einfach karma bezüglich der 30 pfund: mein zigarettenkonsum deckt sich nicht mit der geforderten höchstgrenze von 5 pro woche, was ich bequemlich unterschlagen habe.

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