Sunday, May 1, 2011

und ploetzlich ward es sommer

3 wochen kontinent, ich verlasse die insel im omnipraesenten schmuddelwetter, ich komme zurueck, mit dem festen vorsatz, diesmal konzentriert und entspannt an diesem unsinn names term paper zu arbeiten (mit einem zeitkontingent von ganzen 10 tagen) und auf einmal ist alles anders. es ist heiss. wenn ich auf die strasse trete, aus meiner schrammeligen unterkunft heraus, frage ich mich, wie das erst im richtigen sommer werden soll mit diesen muellboxen vor jedem haus. es gibt hier keine muelltonnen im klassischen sinne, stattdessen solche wasserabweisenden stoffboxen, eine fuer jeden haushalt, in die man seine muellsaecke legen darf und die dann ungefaehr einmal die woche geleert werden. schliessen tun die nicht, zwar haben sie einen deckel, aber sobald ein sack in der stoffbox liegt, ist der stauraum aufgebraucht. l'eau de dumpster par excellence, insbesondere an windstillen tagen, in denen sich meine strasse wie eine abgeriegelte bastion der stehenden hitze anfuehlt. wie gut, dass mein fenster nach hinten rausgeht. vielleicht auch nicht gut, denn im 'garten' (waschbetonplatten) lagern die recyclingboxen, die erst gar keinen deckel haben, schliesslich soll ja alles, was vorher inhalt beinhaltete, vor dem weg in die recyclingbox ausgewaschen werden. wir sprechen hier von dosen, milchplastikflaschen und den behaeltnissen, in denen die readymademeals mehrfach verpackt erst in die mikrowelle und dann in die box wandern. meine cote d'ivorianische mitbewohnerin trennt nicht - der gang in den hof ist ihr zu weit, die tatsache, dass wir einen recyclingabholkalender einhalten muessen, und die kisten nur zu bestimmten tagen hochtragen duerfen, ist zu zeitaufwendig. es ist in der tat nicht so einfach. anfang des jahres bekommt jeder haushalt einen kalender, die regel ist ein bestimmter wochentag im zweiwochenrythmus zur abholung. kommen bank holidays dazwischen, verschiebt sich dieser wochentag auf den naechsten. dann gibts meistens noch eine erklaerende postwurfsendung dazu, wann denn der verschobene tag stattfindet. wir vergessen sowieso immer, die kisten hochzutragen. und immerhin haben wir es geschafft, meiner mitbewohnerin die vorzuege von besteck und geschirr abzuwaschen nahezubringen. nicht, dass sie nicht abgewaschen haette (das macht sowieso keiner), aber sie hat das problem schlicht und einfach durch den erwerb von plastikbesteck umgangen, welches dann den weg in den sack fuer die stoffmuellbox genommen hat.
eine weitere interessante entdeckung neben der tatsache, dass es hier auch schnell schoenes wetetr geben kann, war die ernuechterung, dass ich zum artig studieren zurueckgekommen bin und feststellen musste, dass aufgrund der multiplen feiertage (ostern, royal wedding, 1. mai) der campus bis auf weiteres unnuetz ist, weil alle sinnvollen institutionen im feiertagsschlaf sind. dafuer zahlt man also studiengebuehren! die rettung und offenbarung stellt das 24h access computerzentrum dar. mit pincode eintippen steht einem diese wunderbare einrichtung ohne limits offen. niemand da, der einen unfreundlich darauf hinweist, dass essen nicht erlaubt ist. wenn menschen zu viel schnacken, dann kann man in den raum hineinrufen und um ruhe bitten, mit appell an den gesunden menschenverstand angesichts der drohnenden deadline. wir haben beschlossen, dass die bib keinen platz mehr fuer uns darstellt - in den spaerlich gesaehten oeffnungszeiten war es da schrecklich und nur voll mit menschen, die zum sehen-und-gesehenwerden erscheinen, den ganzen tag von einem catching-up gespraech zum naechsten jetten und nie, aber auch nie auf die idee kommen, sich dafuer nach draussen in die sonne zu setzen, weil man ja eigentlich studieren wollte und weil einen der bibliothekscomputer nach 10 minuten ohne eingabe sowieso ausloggt, und in angesicht des ansturms ist deutsches touristenverhalten des handtuchs-auf-die-liege legen beinahe sinnfrei, weil nur eine physische besetzung den gewuenschten effekt bringt. was die einsamkeit des term breaks alles so anstellt! und am ende des tages sind diese leute gluecklich, weil sie den ganzen tag in der bibliothek verbracht haben. ohja, es gibt sie ueberall, dieses phaenomen haben wir damals schon ausgiebig in maastricht diskutiert.

zur feier des tages hoere ich gerade den westlife-mix auf youtube, um mein argument, dass england zumindest gute musik hervorgebracht hat, zu entkraeften. ich haette es alles vorher wissen koennen, verdammt. im uebrigen haben wir jetzt einen hund. ich mag keine hunde, und dieser stinkt ganz besonders und kackt in den garten. wenn man den berg zu meiner strasse runterlaeuft, ist man direkt in einem park, in dem hunder herumlaufen duerfen und wo es wie ueberall diese plastiktueten gibt. persoenlich haette ich ja keine lust, meinem hund mit einer dieser tueten hinterherzulaufen, was auch mit einer der unzaehligen gruende ist, warum ich keinen hund besitze und ever besitzen werde. das erbaermliche wesen jedenfalls, das jeztz mit uns logiert, bekommt noch nicht mal das privileg, in diesem park herumlaufen zu duerfen. heute vormittag hat es mir beim kochen zugeschaut und sich permament gekratzt. ich hatte nie das gefuehl, dass es sauber ist in diesem - nun ja, haus (im hanover stadtteilmagazin habe ich gelesen, dass die bausubstanz der haeuser in hanover zum grossteil aus dreck und eierschalen besteht, was anderes war in den 50ern eben nicht zur hand und die eisenbahner brauchen unterkuenfte. wuerde der channel sich entscheiden, einen tsunami zu formen, dann wueder hanover mit einem wisch weggespuelt werden). jetzt habe ich allerdings zunehmend das gefuehl, dass ich meine in unserer kueche zubereiteten pausenbrote nicht mehr mit menschen teilen kann, weil ich nicht abschaetzen kann, ob es unter umstaenden eine gewoehnung an die umstaende ist, die mich vor ernsteren magen-darm-erkrankungen bewahrt. noch. ich fuerchte mich ernsthaft vor der hitzewelle.

und wie es scheint, ist dies sowieso mein letzter monat, in dem ich in diesen umstaenden residieren werde. freiwilliger auszug, unfreiwilliger langer kontinentaler aufenthalt, freiwilliger rueckzug zu guido's haus, das im sommer chaotenfrei zu sein scheint. ein silberstreif!

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